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Willkommen beim Heiler Hannes
Geschrieben von: Administrator   
Samstag, 25. Juli 2009 um 17:51 Uhr

Der Heiler Hannes

 

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Am Waldrand an einen Felsen angelehnt, in einer alten baufälligen Holzhütte, wohnt der alte Hannes seit vielen Jahren. Rund um die Hütte stehen alte baufällige Buchen im grünen Blätterkleid.

In der Hütte mit einem alten Bretterboden steht in einer Ecke ein alter gusseiserner Holzherd mit zwei Löchern für die Pfannen und ein Backrohr. An der Wand beim Fenster steht ein Buchentisch, alt und klapprig. Auch eine Eckbank und ein alter Stuhl stehen im Raum. Soeben hat Hannes Wasser für eine Suppe auf den Herd gestellt und ein prächtiges Feuer lodert im Ofen.

Neben der Hütte hat es eine kleine Quelle, das Wasser reicht bei sparsamer  Benutzung für den Tagesbedarf. Licht spendet eine alte Petroleumlampe. Hannes ist sehr sparsam, obwohl er es nicht nötig hätte, den Batzen zweimal umzudrehen. Ausserhalb des Dorfes hat er noch zwei Plätze gutes Weideland und einen grossen Acker verpachtet. Aber schrullig wie er ist, haust er in der Waldhütte fast in Armut. Die Dorfbewohner tuscheln über diesen Kauz und halten ihn für einen Hexer. Die Kinder machen einen grossen Bogen um diese Hütte, sie haben Angst vor diesem Mann. Am Abend geht da kein Mensch mehr vorbei, alle fürchten sich wenn es dunkel wird.                   

 

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Um es vorweg zu nehmen, mit Hannes hausen noch eine Katze Mimi und der Hund Nero in der alten Hütte.Im alten Schopf daneben steht der alte klapprige Gaul Sepp und eine scheckige Kuh an der Futterkrippe. Hannes ist immer gut mit seinen Tieren und zu fressen bekommen sie genug.

Soeben hat Hannes seine Suppe vom Feuer genommen und sie mit der Pfanne auf den wackligen Tisch gestellt. Eine Scheibe Brot und ein Stück Käse gehören auch zum Abendbrot. Heute hatte Hannes einen anstrengenden Tag. Mit seinem Ross und dem lottrigen Wagen musste er in eine Nachbargemeinde einige Sachen erledigen. Zuerst fuhr er beim Müller vorbei um Mehl und Hafer zu besorgen. Dann musste er beim Eisenhändler Godi ein neuer Riegel für den Stall besorgen. Beim Getränkehändler kaufte er ein Fässchen Most und dann musste er noch Heu und Stroh besorgen. Auf dem Heimweg ,auf dem  Wagen war wohl zuviel geladen, brach dann ein Rad entzwei und Hannes musste dann noch beim Schmied vorbei um das Rad zu flicken. Mit grossem Hunger vertilgte Hannes das Abendbrot und war mit sich und der Welt zufrieden. Sein Hund Nero lag in einer Ecke und die Katze Mimi strich um seine Beine und schnurrte zufrieden. Dann zündete er die Laterne an und schrieb in sein Tagebuch  wie jeden Tag was alles sich zugetragen hatte. Müde kroch er in sein Bett und deckte sich mit den alten Bettlaken zu  und schon war er eingeschlafen. Und so schlief er fest bis um Mitternacht als das Gewitter losbrach.                    

 

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Aus dem schönsten Schlaf wurde Hannes aufgeweckt. Das Pferd wieherte und die Kuh blökte bei diesem Blitz und Donnergrollen. Hannes stand auf, zündete die alte Laterne an und begab sich in den Stall um zum Rechten zu sehen. Soeben zuckte ein greller Blitz ganz in der Nähe mit einem lauten Knall in eine Buche und teilte sie entzwei. Starker Regen prasselte auf das dichte Blätterwerk und am Boden bildeten sich grosse Wasserlachen und Pfützen. Nach etwa zwei Stunden war der ganze Spuck vorbei und Hannes kroch noch einmal unter die Decke und schlief den Schlaf des Gerechten bis am frühen Morgen. Als Hannes erwachte stand die Sonne schon am Himmel und verkündete einen schönen Tag. Schnell stieg er von seinem Nachtlager, legte einige Scheiter in den Ofen und stellte die Pfanne mit Wasser für den Kaffee bereit, das Feuer knisterte und aus dem Kamin kam ein feines Räuchlein gegen den Himmel. In der Zwischenzeit versorgte er seine Tiere mit frischem Futter und Wasser. Dann musste er noch die Liesa, die Kuh melken. Kurz darauf begab sich auch Hannes zum Morgenessen in die Hütte. Es gab einen frischen Michkaffee, Brot und Butter aus Eigenproduktion. Auf der Eckbank schlummerte Mimi und bemerkte nicht einmal das kleine Mäuschen, das verstohlen aus einem Astloch hervor lugte. Vor der Hütte bellte Nero und kündigte lauthals einen Besucher an. Wer könnte das am frühen Morgen denn schon sein dachte sich Hannes, beendete sein Morgenbrot und begab sich vor die Tür.

 

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Von weitem sah er einen Mann daher kommen, er sah aus wie ein Jäger oder Förster. Tatsächlich war es der Förster vom Dorf ,er machte eine Kontrolle im Wald.Als er beim Hannes vorbei kam, grüsste er ihn freundlich und liess sich auf einen  kurzen Schwatz ein. Auch sagte er zu Hannes ,er dürfe die Buche für sich fällen ,die der Blitz gespalten habe.Darauf begab sich Hannes in den Wald um Kräuter für Tee und Tinkturen zu sammeln. Sein Hund Nero begleitete Ihn.Hannes war ein halber Alchemist, er verstand  vieles über Krankheiten und Gebrechen. So sammelte er im Frühling Märzen Blumen, die Blätter von Bärlauch und die Blüten von Goldregen. Auch Schlüsselblumen Silber  und Frauen Mänteli ,sowie Holunderblüten gehörten dazu. Alles trocknete er auf der Bühne im Stall, am Schatten mit grösster Sorgfalt.Erst am späteren Nachmittag kehrte Hannes mit seinen Kräutern nach Hause zurück. Dann gab er seinen Tieren zu Fressen und Trinken, begab sich dann auf den Boden vom Stall und legte die Kräuter sorgfältig aus.Als er wieder ins Freie kam, sah er einen jüngeren Mann mit zwei Stöcken humpelnd entgegen kommen.Hannes stutze ,um diese Zeit kam in der Regel niemand mehr vorbei. Was macht denn Ihr um diese Zeit noch im Wald fragte Hannes den verdutzten Mann. Ich habe mich verlaufen, ich irre schon den ganzen Nachmittag im Wald umher. Woher kommen denn Sie, Sie habe ich noch nie gesehen hier im Wald. Ich will es Ihnen erklären antwortet der Mann und stützt sich auf die Stöcke.

 

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Als junger Mann wurde ich von einer  unheimlichen Krankheit befallen, Vater und Mutter wussten sich nicht mehr zu helfen und so gaben sie mich in ein Heim .Aber auch da wurde an mir nur herum gebastelt, keiner konnte sich diese Krankheit erklären und so kam ich von einem Arzt zum andern. Ein grosser Professor sagte dann zu mir er habe ein Wundermittel erfunden das mir bestimmt helfen würde. So kam ich in das Spital  in dieser grossen Stadt. Da hatte es viele Aerzte und Krankenschwestern, und ich mit meiner Krankheit wurde von allen begutachtet und von einem Zimmer ins andere geschoben. Geholfen hatdie ganze Prozedur nichts. Manchmal kam ein älterer Herr in den Spital auf Besuch, er wanderte von einer Abteilung zur andern und sprach mit den Patienten. So kam es, dass er mit mir ins Gespräch  kam und sich über meinen Zustand informierte. Bevor er wieder weiter zur nächsten Abteilung wanderte, sagte er zu mir: "Ich will dir einen kleinen Tipp geben. Ich weiss an einem kleinen Ort, ganz nah am Waldesrand hinter den spitzen Bergen ein Mann der dir eventuell helfen könnte. Er wohnt ganz allein in einer kleinen Hütte und man sagt von ihm..." Da fängt er an zu stottern. "Was sagt man von ihm?" will nun Hannes wissen. "Man sagt er könne Hexen und mehr als normale Leute machen, auch könne er mich vielleicht von dieser Krankheit ein bisschen heilen." Hannes hörte dies alles verwundert an und meinte dann: "ja wenn du das glaubst wird sicher etwas wahres daran sein. Wenn du willst kannst du bei mir über die Nacht bleiben und wir sehen am Morgen weiter."

 

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Hannes hatte schon viele Besucher bei sich ,alle erwarteten Heilung von ihren Krankheiten und Leiden. Hannes kannte viele gute Kräuter, von denen er Heilung erwarten konnte. So war es dann, dass hin und wieder ältere Frauen und Männer bei ihm vorsprachen und ein gutes Wort oder auch eine gute Medizin von ihm erhofften. Hannes war ein guter Mensch und hatte für alle Sorgen und Nöte ein offenes Ohr. Viele besuchten Hannes um zu danken , wenn die Medizin  und der gute Rat geholfen hatten. Es gab aber auch so arme Schlucker die sich keinen Arzt leisten konnten und denen auch seine Wundermittel nicht halfen, die schickte Hannes dann zu einem Professor ins Nachbardorf und er bezahlte die Rechnung. Vor seiner Hütte hatte er eine kleine Holzkiste aufgestellt, die mit einem Schlitz versehen war, mit der Aufschrift; Bitte Spende hier einwerfen! Mit dem Geld das die Patienten in die Kiste warfen, und es war nicht wenig, konnte er manchem armen Schlucker helfen. Für sich nahm er nie etwas davon, denn so arm wie er sich gab war Hannes nicht. Bis heute kamen meistens Leute aus der näheren Umgebung und die musste er nicht zum schlafen einladen. Die Leute kamen meistens am Vormittag oder dann am frühen Nachmittag bei Hannes vorbei. So spät am Abend war noch nie jemand gekommen und schon gar nicht von so weit her. Und so nahm sich Hannes ein Herz für den Fremden und gab ihm Herberge, obwohl er ja eigentlich schlecht eingerichtet war. Zum essen hatte er genug zu Hause und wenn der Gast nicht anspruchsvoll ist, wird es so schon gehen, dachte sich Hannes.

 

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Hannes bat den fremden Besucher in seine einfache Hütte und legte Holz in seinen Ofen. Dann machte er Feuer und stellte die Pfanne für eine feine Milchsuppe auf den Herd. Der Hund beschnupperte den fremden Mann und legte sich dann unter den wackligen Tisch.

Mimi die Katze schnurrte vergnügt auf der Eckbank und wunderte sich über den Besuch. Dann setzten sich Hannes und der Fremde an den Tisch und huldigten dem feinen Nachtessen. Ausnahmsweise kredenzte Hannes einen edlen Tischwein und so kamen beide im Gespräch langsam in Fahrt. Und so erzählte auch Hannes von seinem Leben.

Hannes war in jungen Jahren ein echter Draufgänger, überall wo nur etwas los war  holte er das Beste draus.

So wurde er zum Gespött im ganzen Dorf und weil er überall Erfolg hatte, wurde er gemieden  und gehasst. So kam es, dass  er sich in diese alte Waldhütte verzog und mit niemandem mehr etwas zu tun haben wollte.

Auch sein Besucher taute langsam auf und erzählte von seinem Leben. Er heisse Toni und sei schon in der ganzen Welt herum gekommen. Seit längerem wohne er in einem Dorf bei Basel, aber auf der Franzosenseite. Dank seinen  zwei Stöcken könne er sich gut fortbewegen. Nur wenn es bergauf gehe, habe er manchmal Mühe. Arbeiten könne er leider nicht, weil er die Hände zum halten der Stöcke brauche.Toni erzählte dann, dass er schon zwei Wochen unterwegs sei und das kleine Dorf bei den spitzen Bergen gesucht habe. Ein alter Mann sagte Ihm, dass er immer dem Rhein entlang gehen müsse.

 

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So gelangte er von Basel dem Rhein entlang bis nach Zurzach. Dort schlug er sein Zelt auf  und machte eine zweitägige Rast. Ei das tat aber gut. Er fühlte sich wie neu geboren, so dass er den weiteren Weg unter die Füsse nehmen konnte. Bei Eglisau besichtigte er die Mineralwasserwerke.  Müde und benommen machte er dann in einer kleinen Gaststätte halt und übernachtete dort  für wenig Geld. Am andern Morgen machte er sich auf den weiteren Weg, dem Rhein entlang als er durch ein kleines Dorf kam, machte er bei einem Bäcker halt und kaufte sich wieder einigen Proviant. Denn normalerweise mied er die Dörfer und Weiler und benutzte nur die Fusswege. Zum übernachten hatte er ein kleines Einmannzelt in seinem Rucksack, so dass er meistens am Waldrand oder an einer Strauchhecke biwakieren konnte. Solange das Wetter ja gut war, hatte er ja keine Probleme und so kam er jeden Tag ein gutes Stück weiter voran.

Hei war das ein Erlebnis, als er an einem Vormittag unverhofft am Rheinfall ankam. Die Wassermassen stürzten tosen in die Tiefe und brodelten im Rheinfallbecken wie in einer Pfanne. Das Wasser schäumte wie in einem Waschzuber und Toni konnte sich kaum satt sehen. So sass er auf einer der vielen Bänklein  und staunte über das viele Wasser, das tosend den Felsen herunter stürzt. "Ist hier noch frei?" fragte da ein älterer Mann, denn Toni sass allein auf der Bank. Ja ja sagte Toni ganz freundlich und rutschte noch ein bisschen auf die andere Seite. Danke schön sagte der Mann und setzte sich  auf die Bank.                   

 

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So bestaunten beide die Wassermassen, wie sie über den Fesen brausten und eine echte Staubwolke wirbelte durch die Luft. Langsam kamen sie beide in ein Gespräch und Toni erzählte von seinem langen Leiden und seinem Vorhaben, den Mann bei den spitzen Bergen aufzusuchen. So sagte der Mann zu Toni, kommen Sie, wir gehen dort in das Schlösschen und leisten uns ein gutes Essen. Er, Toni müsse nachher wider gut zweg sein um die lange Reise noch fortzusetzen. So begaben sie sich ins Schlösschen, setzten sich an einen Tisch mit weissen Tischtüchern und als der Kellner kam verlangten sie die Speisekarte.

Hei machte da Toni grosse Augen als er sah was da alles aufgeführt  war. Beide besprachen sich kurz und als der Kellner kam gaben sie die Bestellung auf. Beide bestellten das gleiche Menue, Schnipo und Salat und natürlich ein grosses Helles.

So gut hatte es Toni schon lange nicht mehr und als sie gegessen hatten, bedankte sich Toni tausend  mal bei diesem Mann. Inzwischen war der Nachmittag recht vorgerückt und Toni musste sich wieder auf die Wanderschaft machen. Er verabschiedete sich herzlich und der unbekannte Mann drückte ihm noch ein Nötli in die Hand und wünschte ihm alles Glück auf dieser Erde und dass er den Mann im Walde sicher finden werde.

So erzählte Toni und der Hannes konnte vor verwunderung  nicht einmal das Maul zumachen.So war der Abend vorgerückt und langsam  musste man ans schlafen denken. Hannes bereitete sein Nachtlager auf der Eckbank für sich  und gab sein Bett dem Gast. Bald hörte man sie schnarchen.                   

 

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Als Hannes erwachte, war Toni schon bei der Quelle und wusch sich das Gesicht. Der Hund Nero schaute interessiert zu und wedelte mit seinem Schwanz.

Mimi, die Katze hatte eine Maus erlegt und zeigte sie natürlich  dem verwunderten Toni. Hannes machte Feuer im Ofen und stellte die Pfanne mit dem Kaffeewasser darauf. Unverzüglich begab er sich in den Stall um die Tiere zu versorgen. Als das alles erledigt war, bat Hannes den Toni zu einem üppigen  Morgenessen.

Und so erzählte Toni weiter von seiner Wanderung, dem Bodensee entlang. Dort habe es viele kleine Boote und ganz grosse Dampfschiffe. Die Enten und Wasservögel würden einem fast um die Ohren fliegen. Viele Menschen würden im See baden und die Kinder vergnügten sich am Wasser.Leider habe es dann einige Tage stark geregnet und er sei in seinem Zelt verkrochen. So verfloss fast der halbe Morgen beim Morgenessen. Hannes schaute auf die Sonne um die Zeit festzustellen, denn er richtete sich nach der Sonne, er hatte kein Uhr. So sagte Hannes er müsse noch etwas für das Mittagessen im Wald besorgen, Toni könne ruhig noch ein wenig bei der Hütte herum lungern. Hannes holte seinen Gaul aus dem Stall, band einen Sack auf den lottrigen Wagen  und machte sich davon. Toni humpelte im Wald umher und hatte das Gefühl  dass es ihm schon jetzt  etwas besser gehe.

Es war dann schon später Nachmittag als Hannes wieder bei der Hütte ankam. Sofort stellte er seinen Gaul wieder in den Stall und gab ihm Wasser und Heu.                   

 

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Toni hatte sich auf der Bank vor dem Stall niedergelassen um ein wenig auszuruhen. Die Katz gab ihm Gesellschaft und schnurrte um seine Beine.Hannes war damit beschäftigt, das Gras und die Kräuter die er gesammelt hatte vom Wagen abzuladen. Den Sack voll Gras brachte er der Liesa, als Dank für die gute Milch die sie jeden Tag abgab. Dann begab sich  Hannes in die Stube und mischte eine Kräutermischung von verschiedenen Kräutern zusammen. Einen Teil davon gab er in eine Pfanne, stellte sie auf den Ofen und zündete das Holz an. Ei wie das knisterte, im ganzen Raum kam eine wohlige Wärme auf. Die Sonne hatte sich schon am Nachmittag hinter die Wolken verzogen und zurzeit war es recht trübe. Die andere Hälfte der Kräutermischung füllte er in einen Papiersack und verschloss ihn richtig gut.Dann machte er Brot und Käse bereit, brachte alles auf den Tisch und rief Toni in die Hütte. Sofort kamen Nero der Hund und Mimi die Katze auch hinein. Auch ihnen hatte Hannes in einem Teller das Nachtmahl zubereitet. Jetzt war es ganz gemütlich im Stübchen und alle waren sprachlos beim Essen. Langsam dämmerte der Abend und der Mond schaute zwischen den Wolkenfetzen hervor. Toni hatte angekündigt, dass er am nächsten Tag wieder heimwerts ziehen werde und nur noch diese Nacht bei Hannes verbringen werde. Da meinte Hannes er werde ihm genügend Kräutermischung  mit geben, dass er sich eine Zeit lang verarzten könne. Sie sprachen dann noch bis spät am Abend über Gott und die Welt.                   

 

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Der Mond stand leuchtend am Himmelszelt und die Sterne strahlten um die Wette. Ein leises laues Lüftchen säuselte durch den Wald und eine komische Stimmung umschloss die alte Hütte und den ganzen Wald.Die Stimme eines Uhus ertönte und der Waldkauz stimmte mit ein. In der Morgendämmerung strich  ein Fuchs um die Hütte und ein Hase hoppelte am Walrand vorbei. Und dann erwachte der Morgen mit lautem Vogelgesang und die Sonne stieg am Horizont in den Himmel.Der Hannes drehte sich auf der Eckbank und war sofort hell wach. Für heute hatte er sich viel vorgenommen.So begab er sich  zuerst in den Stall, versorgte seine Tiere mit Futter und Wasser, legte für Hund und Katze auf dem Teller etwas bereit und machte sich dann in der Hütte nützlich.So füllte er den Ofen mit Holz, zündete es an und füllte die Pfanne mit Wasser für einen guten Kaffee. in die zweite Pfanne  schüttete er Mich  für den Milchkaffee.In der Zwischenzeit war auch Toni erwacht und begab sich zur Quelle um sich das Gesicht zu waschen.Hernach nahm er den Rucksack, füllte den Tee  und weiteren Proviant  in die Taschen ,.schnürte ihn zu und legte ihn bereit für die Abreise.Und so setzten sie sich an den Tisch und assen miteinander das Morgenbrot. Hannes gefiel das sehr gut, nicht immer allein zu sein und so sagte er zu Toni er solle doch noch einen Tag länger bleiben. Toni überlegte nicht lange, ihm war es sogar recht noch einen Tag zu bleiben.                    

 

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Hannes sagte er müsse noch etwas besorgen und verschwand nach dem Morgenessen. Toni reinigte die Tassen und die Pfannen und räumte das Stübchen ganz ordentlich auf. Mimi, die Katze kam mit einer Maus daher und musste sie natürlich dem Toni präsentieren. Sepp, das Pferd wieherte im Stall und Nero strich um die Hütte.Toni wunderte sich, während seinem ganzen Aufenthalt war hier kein Mensch vorbei gekommen. So nahm er seine zwei Stöcke und machte sich auf den Waldweg um die Gegend ein wenig auszukundschaften. Irgend woher hörte er Waldarbeiter beim Holzen. Langsam näherte er sich diesen Leuten und begrüsste sie mit einem frohen Morgengruss.Wo kommen denn Sie her, schon am Vormittag? fragte einer und zündete sich einen Stumpen an. Ich bin beim Hannes auf besuch und werde morgen wieder nach hause fahren.Was machst denn du bei diesem Sonderling ? So kamen sie ins Gespräch  und Toni erzählte seine Geschichte.Dann nimm dich aber wohl in acht, man hört so viele  Sachen von Hannes .Dass er mehr könne als nur Brot essen ,er könne sogar Hexen erzähle man im Dorf.Der zweit meinte dann, er habe gehört Hannes sei ein Gesundbeter.Da meinte Toni nur er habe das Gefühl es habe jetzt schon ein klein wenig genützt, es gehe ihm gut. Und so verabschiedete sich Toni und zog weiter.                   

 

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Von Weitem sah Toni ein Reh mit seinem Kitz auf eine Waldlichtung heraus treten um zu äsen. Eine zeitlang sah er diesem Treiben zu  und wanderte dann den Waldweg weiter. Von ferne hörte er die Kirchenglocken  den Mittag verkünden. So setzte er sich auf einen Baumstrunk, packte sein Mittagessen aus seiner Manteltasche, ein Stück Brot und eine gute Wurst und genoss das Leben mit vollen Zügen.In der Zwischenzeit war der Hannes wieder bei seiner Hütte angekommen und wunderte sich , dass Toni nicht hier war. Auch er machte sich an sein Mittagessen, kraulte Mimi ,so dass sie genüsslich schnurrte und freute sich an dem schönen Tag. Nach dem Essen räumte er alles säuberlich auf ,verliess die Hütte und begab sich in den Stall. Auch hier musste er wieder einmal zum rechten sehen, es musste ausgemistet werden und dann überall neues Stroh ausgelegt werden.Hannes hatte am Vormittag  hinter der Hütte einen grossen Stein mitgenommen ,den er jetzt heimlich dem Toni in seinen Rucksack steckte.Mittlerweile  war der Toni weit von der Hütte weg gekommen und sollte ans umkehren denken. Aber da erblickte er nicht weit von sich entfernt ein grosses Haus und er wollte nur noch sehen ob es ein Gasthaus währe.Als er dann so auf den Hof  zu kam, sah er einen grossen Brunnen der mit Blumen ganz geschmückt war.Auch das Haus hatte am Eingang einen grossen Blumenkranz und die Treppe war mit Buchenblätter ganz verziert. Soeben kam die Magd mit einem grossen Korb aus dem Haus .                   

 

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Im Korb waren allerhand schöne frische Blumenköpfe.Und Toni wunderte sich  was wohl mit diesen geschehen sollte. Deshalb trat er auf die Magd zu und erkundigte sich nach ihrem Tun. Wissen Sie denn das nicht,Am nächsten Donnerstag ist Fronleichnam und da kommt die Prozession zu der Kappelle hinter dem Haus.Darum schmücken wir alles so schön, übrigens  wo kommen denn Sie her ? Sie waren sicher noch nie hier.Sie kennen sich sicher hier nicht aus. Toni verneinte und erklärte dann, dass er bei Hannes im Walde sei und morgen wieder nach hause gehe.Wo kommen Sie denn her? wollte die Magd wissen und wartete auf eine Antwort. Hannes erklärte ihr dann, dass er in der Nähe von Basel auf der Franzosenseite  wohne und durch Mundpropaganda zu Hannes fand.So, so, bei Hannes in der Waldhütte, meinte die Magd verwundert und fügte sogleich an, passen sie aber auf, dass er sie nicht verhext. Da meint Toni nur, ich weiss nicht was das Gerede über Hannes bedeuten soll, ich habe mich bei Ihm sehr wohl gefühlt bis jetzt.Wann kommt den die Prozession hier vorbei ? Wollte Toni wissen.Ich muss jetzt wieder zurück ,ich bin so schon spät dran und Hannes wird sich Gedanken machen wo ich so lange bin.So sagte die Magd, morgen ca. um Zehn kommen sie hier an und dann wird eine Andacht gefeiert.Toni sagt ich muss sehen ob es mir noch reicht um vorbeizukommen.                   

 

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Toni pressierte natürlich sehr auf dem Heimweg und hatte das Gefühl, es gehe ihm immer besser seit er bei Hannes war. Es war dann schon halbdunkel als er bei der Hütte ankam und von Weitem sah er das Räuchlein aus dem Ofenrohr gegen den Himmel steigen.Sachte klopfte er an die Türe und trat dann auf das herein von Hannes in die Hütte. Wo kommt den Ihr her? wo wart Ihr so lange? wollte Hannes wissen. Und Toni erzählte  von seiner Wanderung und seinen Begegnungen. Hannes richtete das Abendbrot, bereitete einen guten Kaffee und legte Käse und ein frisches Brot, das er am Nachmittag selbst gebacken hatte auf den Tisch und wünschte Toni einen guten Appetit.Toni liess es sich schmecken, denn er hatte den ganzen langen Nachmittag nichts mehr gegessen. Sprachlos kaute jeder sein essen und hing seinen Gedanken nach.Da fragt Toni ob er nicht noch einen Tag länger bleiben dürfe, er wolle noch einmal bei diesem Hof vorbei gehen und sich diese Prozession anschauen.Hannes hatte nichts dagegen und so blieb Toni noch eine Nacht. Unbemerkt  verdunkelte sich der Himmel und mitten in der Nacht öffnete er seine Schleusen und der Regen ergoss sich in Strömen vom Himmel. Rund um die Hütte rauschte das Wasser wie in einem Bach in den nächsten Strassen graben und Wasserlachen bildeten sich um die ganze Hütte. Von alledem merkten der Hannes und der Toni nichts, sie schliefen den Schlaf der Gerechten, wie zwei Murmeltiere. Am Morgen war der ganze Spuk vorbei und beide wunderten sich ,dass um die Hütte soviel Wasser stand.                   

 

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Hannes hatte schon das Holz im Ofen in Brand gebracht und die Pfannen mit Wasser und frischer Milch aufgesetzt. Toni kam von der Quelle her und meinte nur, heute könnte es wieder einen heissen Tag geben.Toni füllte seine Wasserflasche mit frischem Quellwasser und den Proviant den er von Hannes erhalten hatte in seine Tasche und begab sich dann zum reichhaltigen Frühstück in die Hütte.Hannes erzählte dann, dass dieser Bauer sehr reich sei und er an diesen Prozessionen reichlich Geld verdiene.Es gebe dann immer ein reichhaltiges  Mittagsmahl, aber natürlich nicht gratis. Nach seiner Meinung  verlange er zuviel. Dann sagte er zu Toni, nimm noch dieses Stück Speck  und eine kleine Flasche Most auf  die Wanderung mit.Hannes wünschte viel Glück  und sagte bis am Abend auf Widersehen.So machte sich Toni wieder auf den Fussmarsch zu dem grossen Bauernhof .Leise pfiff er ein Lied vor sich hin. Es dünkte ihn ,das laufen mit den Stöcken sei noch nie so gut gegangen und er marschierte zügig voran.Schon fast eine Stunde zu früh sah er den Bauernhof und er verlangsamte seinen Schritt. In einiger Entfernung setzt er sich auf einen Baumstrunk, trank vom Most den ihm Hannes mitgegeben hatte und ass ein Stück Brot und eine Wurst mit Hochgenuss. Ganz in der Nähe hörte er den Specht mit seinen Hammerschlägen und eine Meise sang ihr Zip-Zip aus voller Kehle. Ein Hase hoppelte über den Waldweg und Toni wartete auf die Prozession.                   

 

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Endlich hörte er die Musik spielen und sah den Fahnenträger näher kommen. So versteckte sich Toni hinter das Gebüsch in der Nähe der Strasse und harrte auf das was da kommen würde.In feierlichem Klang und mit festem Schritt kamen die Kreuz und Fahnenträger näher. Dahinter folgten die Musikanten und die Himmelträger mit dem Himmel-Baldachin,  unter der der Herr Pfarrer mit der Monstranz in leichtem Schritt daher kam.  Die Messdiener in ihren roten Kutten, mit dem Weihrauchfass und den Brennenden Kerzen stapften in Würde hinterher. Nachher folgte das gemeine Fussfolk  betend und singend .Hinter dem grossen Hof beim Kirchlein hatte man einen grossen Altar aufgebaut und mit Buchenästen und vielen Blumen geschmückt. Nun trat der Priester zum Altar und stellte die Monstranz auf das vorbereitete Tuch . Und so begann er gleich mit der Messe in aller Würde. Unterdessen haben sich der Sprengmeister vom Nachbardof und zwei Gehilfen in etwa hundert Meter Entfernung am Waldrand mit seinen Mörsern aufgestellt. Zur  Wandlung von Brot und Wein müssen dann jedes Mal zwölf Schüsse abgegeben werden.Die Messe ist nun in der Zwischenzeit beim Evangelium angelangt. Nun spielt die Musikgesellschaft ein Kirchenlied und das Volk singt kräftig mit. Langsam nähern wir uns der Wandlung von Brot und Wein. Der Pfarrer fordert nun die Messdiener auf, das Weihrauchfass zu öffnen und legt ein paar Löffel Weihrauchkörner auf die glühenden Kohlen. Schnell entwickelt sich ein duftender Rauch.                   

 

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Jetzt nimmt der Pfarrer das Weihrauchfass und schreitet, es schwingend um den Altar. Zur Wandlung hebt der Priester das Brot und den Kelch mit Wein in die Höhe. Die Messdiner lassen ihr kleines Glöcklein erklingen  und vom Wald her ertönen jedes Mal die zwölf  Böllerschüsse  Nachher steigt er die kleine Stiege zur Kanzel empor. Mit lauter Stimme beginnt er seine Predigt. Liebe Prozessionsteilnehmer, ich möchte allen von Herzen danken, dass ihr den weiten Weg hierher mitgegangen sind. Es ist nicht mehr selbstverständlich, sich solche Strapazen freiwillig aufzubürden. Leider hat sich die Welt in den Letzten Jahren sehr stark verändert ,jeder sucht das Heil bei sich . Missgunst und Neid sind leider an der Tagesordnung und Jeder hat das Glück nur für sich gepachtet.Denkt doch auch an eure Mitmenschen die vom Glück nicht soviel erhalten und in ständiger Angst um ihre Zukunft sind. Somit will ich schliessen und wir Singen das Lied Nummer 235 , die Musik begleitet uns .Danach kam die Kommunion ,viele empfangen das Brot des Herrn .Zum Abschluss spielte die Musik noch den Schweizerpsalm und alle Anwesenden sangen kräftig mit. Jetzt war also der Kirchliche Teil vorbei  und man konnte sich an das leibliche Wohl heran wagen.In der Zwischenzeit hatte nämlich die Magd und die Bäuerin mit ein paar Gehilfen in der Scheune, die zu einem grossen Festraum umgestaltet wurde,  das Mittags essen aufgetragen.                   

 

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Auf einem langen Tisch waren alle Köstlichkeiten aneinander gereiht. Da gab es eine Fleischsuppe, die Fettaugen strahlten einem richtiggehend an. Auf einem grossen Tablett war der Schweinebraten säuberlich aufgeschnitten und in grossen Schüsseln hatte es verschiedene Salate und Gemüse. Auch ein grosses Buffet mit Cremen und Glacen sowie Kuchen war da aufgestellt.Alles was das Herz begehrte konnte man konsumieren Am Anfang der Tischreihen war eine Kasse aufgestellt an der der Bauer selbst für das Essen Kassierte.Man musste einen Bon einlösen, der Kostete 25 Franken und dann konnte man soviel und was man wollte konsumieren. An der Ecke vom Stall war die Getränkeausgabe, da hatte es Most, Wein, und Bier auch Mineral war zu haben. Und wer sich etwas sparen wollte , der konnte das Wasser am Brunnen in einen Becher abfüllen, das war dann gratis. Toni mischte sich unter die Leute, nahm an einem Tisch platz und packte seine Tasche aus, nahm den Speck und das Brot von Hannes und liess es sich gut schmecken.Die Magd hatte den Toni schon lange gesehen und weil er ja mit seinen zwei Stöcken die Suppe nicht tragen könnte, hatte sie ihm einen Teller voll geschöpft und brachte sie ihm. Die müssen Sie nicht bezahlen, die schenke ich Ihnen und wünschte guten Appetit.Für den Durst hatte er noch ein wenig Most in der Flasche, den er sich aufgespart hatte. Alle waren am Essen, man vernahm  nur ein leises Geräusch vom kauen und hin und wieder ein paar laute aus dem nahen Stall.  

 

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 23. Januar 2011 um 15:45 Uhr